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BeitragVerfasst: Do Apr 01, 2010 05:44 
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Fels i.d. Brandung
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Bereits in der letzten Woche verdichteten sich die Hinweise, dass Microsoft erneut freien Source Code in seine Produkte verwendet hat. Bereits im letzten Jahr gab es einige Fälle in denen GPL-Code in Programmen von Microsoft entdeckt wurden, die auf deren kommerzieller Plattform verkauft wurden. Beispielsweise das eher unbekannte „USB/DVD Download Tool“. Erst nach entsprechenden öffentlichen Druck, entschloss sich der Softwareriese dazu entsprechenden Code zu veröffentlichen.

Während kaum jemand dieses Tool hier kennen sollte, bahnt sich nun ein neuer Skandal an. Eher zufällig entdeckte der Entwickler John Freeman, dass die Shader-Sprache HLSL bei der Übergabe von Nibbles an die Funktion Tex2D zu einem ähnlichen Fehlverhalten führt, dass viele von uns bereits von GLSL her kennen. Die Methode zum ermitteln der Farbe in einer Textur, führt unweigerlich dazu, dass die Anwendung mit einem Laufzeitfehler abbricht. Gerade Linux-Nutzer mit freien ATI-OSS-Treiber kennen dieses Problem bereits länger und machen zahlreiche Probleme rund um falsch ausgerichtetn Texturen bei Wine dafür verantwortlich. Bei einer näheren Prüfung zeigte sich, dass auch Direct3D das gleiche Fehlverhalten aufwies und Freeman machte nun die Öffentlichkeit auf dieses Problem aufmerksam.

Nun verdichten sich die Hinweise, dass Microsoft noch aus der Zeit seines Sitzes im OpenGL ARB Konsortiums Spezifikationen und Prototypen verwendete, um diese in die eigene API Direct3D einfließen zu lassen. Erst vor wenigen Jahren trat Microsoft aus dem Konsortium aus. Nur kurze Zeit darauf bildete sich die Khronus Group und man merkte eine spürbare Beschleunigung der Entwicklung. Erst im letzten Jahr wurde OpenGL 3.0 fertiggestellt und nun folgt bereits OpenGL 4.0.. Kritiker warfen schon damals Microsoft vor ständig auf die Bremse zu treten, um die eigene API in einem besseren Licht darstehen zu lassen. Auffällig ist vor allem, dass ab DX9 kaum noch wirkliche Verbesserungen gab. Beispielsweise wurde für DX die Tesselierung beworben, die jedoch bereits für OpenGL 1.2 (Tutorial) verfügbar war.

Der aktuelle Präsident der Group, Neil Trevett, zeigte sich entrüstet über die ersten Indizen: "Its really an unbelievable act of software terrorism, that the same people that prevent innovations for years, are using our ideas for their own work." Bereits vor wenigen Wochen bloggte der ehemalige SUN-CEO Jonathan Schwartz über die erpresserischen Methoden anderer Konkurrenzfirmen. Als langjähriges Mitglied des OpenGL ARB und der Khronis Group kündigte er nun auch einen weiteren Artikel mit dem Titel "What I couldn't say about the dirty secrets of graphic APIs domination!" an. Trevett kündigte inzwischen eine Klage gegen Microsoft an: "We are currently insulting our lawyers to check every possible way to smash Direct3D! [...] Every company that might be affected by the graphic API domination from Redmond, should double-check their options to take part also. [...] This is not a peccadillo (Anm.: Kavalliersdelikt), and not even a gigantic scandalous crack-down for the graphic business, but a fucking damn holy war for freedom on Pcs, consoles and the whole emedded device market for now and the future!".

Sollte sich wirklich gerichtlich herausstellen, dass Microsoft weite Teile von OpenGL in die eigene 3D-API hat einfließen lassen, wären die Folgen für das Unternehmen kaum abzuschätzen. Wie bereits in einem kürzlichen Urteil eines XML-Patentsverletzung bei Word, könnte es zu einem Verkaufsverbot von Produkten führen, die Direct3D nutzen. Dies könnte dazu führen, dass mit einem Schlag knapp 95% der verkauften Spiele, sowie die XBox nicht mehr im Handel angeboten werden dürften. Doch auch Schadensansatzforderungen könnten geltend gemacht werden, da viele Unternehmen neben OpenGL eine weitere API unterstützen mussten und dafür die Einstellung weiterer Entwickler notwendig war. Auch der OpenGL Initiator SGI, könnte prüfen lassen, ob dessen Konkurs hätte abgewendet werden können. Insbesondere die Linux-Gemeinde verfolgt jedoch andere Ziele und ruft zur Besonnenheit, Kooperation and "more freedom" auf mit der Absicht eine sofortige Offenlegung und freie Verfügbarkeit von Direct3D zu erwirken. Gerade für uns OpenGL-Entwickler wäre dies allerdings nicht sehr vorteilhaft.

Das DGL-Team prüft gerade, ob man auch eine Sammeklage für Hobby-Entwickler gegen Microsoft initiieren werden könnte. Jüngste Beispiele wie die Vorratsdatenspeicherung oder die Klagen gegen Elena zeigen, dass diese durchaus gute Chancen auf Erfolg haben könnte. Weitere Ankündigungen in diesem brisanten Fall werden im weiteren Verlauf des Tages folgen. Wer daran interessiert ist, kann unser hoffnungslos veraltete RSS-Feed subskribieren. Wir bitten alle Leute, die die Tragweite dieses Skandals verstehen besonnen vorzugehen und bei Fragen zunächst ans Team zu wenden!

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BeitragVerfasst: Do Apr 01, 2010 08:24 
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Wer Interesse hat sich an der Sammelklage zu beteiligen kann dies gern hier unverbindlich in diesem Thread posten.

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BeitragVerfasst: Do Apr 01, 2010 09:15 
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Klar bin ich dabei. :)


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BeitragVerfasst: Do Apr 01, 2010 09:34 
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Krass, aber wirklich überrachen tut es auch nicht. Ich wäre auch dabei, wenn man mir genau erklärt, wie das abläuft. Geld für Anwaltskosten habe ich z.B. gerade nicht. :?

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Denn wer nur schweigt, weil er Konflikte scheut, der macht Sachen, die er hinterher bereut.
Und das ist verkehrt, denn es ist nicht so schwer, jeden Tag zu tun als ob's der letzte wär’.
Und du schaust mich an und fragst ob ich das kann.
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BeitragVerfasst: Do Apr 01, 2010 09:37 
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Ziz hat geschrieben:
Krass, aber wirklich überrachen tut es auch nicht. Ich wäre auch dabei, wenn man mir genau erklärt, wie das abläuft. Geld für Anwaltskosten habe ich z.B. gerade nicht. :?

Das ist kein Problem. Sobald wir genug Beteiligte für die Sammelklage haben werden wir im Forum Premiumaccounts einführen. Diese kosten 15€ im Monat und man kann mit ihnen auf neue Foren zugreifen und hat kein Limit was Postings angeht. Alte Accounts werden dann auf 2 Postings á 500 Zeichen (und max. 1 Anhang) pro Tag beschränkt. Ausserdem werden nur noch Premiumaccounts auf das komplette Wiki zugreifen können. So werden dann die Rechtskosten für das Verfahren bezahlt.

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BeitragVerfasst: Do Apr 01, 2010 09:58 
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Das mit den Premiumaccounts ist eine gute Idee, wobei ich 15 Euro etwas teuer finde. Man könnte das aber so ähnlich wie experts-exchange.com aufziehen. Also die Frage kann jeder lesen, will man aber die Antwort muss man zahlen. Wer selbst Fragen (sinnvoll) beantwortet bekommt den Account günstiger oder gar umsonst. Das Konzept scheint ja zu funktionieren.

Zusätzlich könnte man auch den DGL-Chat kostenpflichtig machen.

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BeitragVerfasst: Do Apr 01, 2010 10:22 
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Ich wäre auch dabei, mir gefällt die Idee mit den Premium Accounts aber nicht wirklich. Bzw denke ich, dass das Forum sich damit selber schadet, wenn dann müssten alle Foren und Seiten mitmachen. Ich würde vielleicht den OpenGL-Header des Forums kostenflichtig machen, oder für Anfänger etc. eine "Demo"-Version mit nicht allen Funktionen anbieten.

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BeitragVerfasst: Do Apr 01, 2010 10:47 
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mori hat geschrieben:
Ich wäre auch dabei, mir gefällt die Idee mit den Premium Accounts aber nicht wirklich. Bzw denke ich, dass das Forum sich damit selber schadet, wenn dann müssten alle Foren und Seiten mitmachen. Ich würde vielleicht den OpenGL-Header des Forums kostenflichtig machen, oder für Anfänger etc. eine "Demo"-Version mit nicht allen Funktionen anbieten.


Die Idee ist gut. Schade, dass man das nicht irgendwie auch Rückwirkend machen kann. Naja, wegen den Premiumaccounts werd ich mal nach nem phpBB-Modul suchen (vielleicht kann man da mit ner Bridge zu OSCommerce arbeiten). Notfalls halt was eigenes bauen.

Zum Thema: Eine Offenlegung der D3D-Sources wäre aber gerade für das Wine-Team interessant. Dort kennt man das Problem, dass einige Funktionen schlecht oder gar nicht dokumentiert sind, da sie ursprünglich für Interne Zwecke gedacht waren. Trotzdem werden sie aber von Programmen verwendet, müssen also irgendwie implementiert werden.

greetings

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BeitragVerfasst: Do Apr 01, 2010 12:09 
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BeitragVerfasst: Do Apr 01, 2010 12:28 
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BeitragVerfasst: Do Apr 01, 2010 12:38 
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Flash hat geschrieben:
beängstigent :|

hehe :)
am heutigen Tag lohnt es sich immer hier nochmal vorbei zu schauen :)
Grüße aus Köln!

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BeitragVerfasst: Do Apr 01, 2010 15:16 
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Ich hab sogar gehört, dass nicht nur DirectX sondern Windows komplett open source werden soll! :shock:
Wie dass erst die Linux gemeinde freuen wird :mrgreen: :mrgreen:
Außerdem will Microsoft als Wiedergutmachung für den Ideenklau seine DirektX Entwickler anweisen, den Usern kostenlos in Grafikforen Rede und Antwort zu stehen. :lol: Wird wohl nichts mit dem Premiumaccount, dann stell ich meine OpenGL Fragen eben an die Leute von Winzigweich(R)! :mrgreen:

Greetings aus Berlin

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BeitragVerfasst: Fr Apr 02, 2010 06:24 
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Fels i.d. Brandung
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Breaking news: Sammelklage gegen Microsofts Direct3D?

Bereits in der letzten Woche verdichteten sich die Hinweise, dass Microsoft erneut freien Source Code in seine Produkte verwendet hat. Bereits im letzten Jahr gab es einige Fälle in denen GPL-Code in Programmen von Microsoft entdeckt wurden, die auf deren kommerzieller Plattform verkauft wurden. Beispielsweise das eher unbekannte „USB/DVD Download Tool“. Erst nach entsprechenden öffentlichen Druck, entschloss sich der Softwareriese dazu entsprechenden Code zu veröffentlichen.

Während kaum jemand dieses Tool hier kennen sollte, bahnt sich nun ein neuer Skandal an. Eher zufällig entdeckte der Entwickler John Freeman, dass die Shader-Sprache HLSL" bei der Übergabe von Nibbles an die Funktion Tex2D zu einem ähnlichen Fehlverhalten führt, dass viele von uns bereits von GLSL her kennen. Die Methode zum ermitteln der Farbe in einer Textur, führt unweigerlich dazu, dass die Anwendung mit einem Laufzeitfehler abbricht. Gerade Linux-Nutzer mit freien ATI-OSS-Treiber kennen dieses Problem bereits länger und machen zahlreiche Probleme rund um falsch ausgerichtetn Texturen bei Wine dafür verantwortlich. Bei einer näheren Prüfung zeigte sich, dass auch Direct3D das gleiche Fehlverhalten aufwies und Freeman machte nun die Öffentlichkeit auf dieses Problem aufmerksam.

Nun verdichten sich die Hinweise, dass Microsoft noch aus der Zeit seines Sitzes im OpenGL ARB Konsortiums Spezifikationen und Prototypen verwendete, um diese in die eigene API Direct3D einfließen zu lassen. Erst vor wenigen Jahren trat Microsoft aus dem Konsortium aus. Nur kurze Zeit darauf bildete sich die Khronus Group und man merkte eine spürbare Beschleunigung der Entwicklung. Erst im letzten Jahr wurde OpenGL 3.0 fertiggestellt und nun folgt bereits OpenGL 4.0.. Kritiker warfen schon damals Microsoft vor ständig auf die Bremse zu treten, um die eigene API in einem besseren Licht darstehen zu lassen. Auffällig ist vor allem, dass ab DX9 kaum noch wirkliche Verbesserungen gab. Beispielsweise wurde für DX die Tesselierung beworben, die jedoch bereits für OpenGL 1.2 (Tutorial) verfügbar war.

Der aktuelle Präsident der Group, Neil Trevett, zeigte sich entrüstet über die ersten Indizen: "Its really an unbelievable act of software terrorism, that the same people that prevent innovations for years, was using our ideas for their own work." Bereits vor wenigen Wochen bloggte der ehemalige SUN-CEO Jonathan Schwartz über die erpresserischen Methoden anderer Konkurrenzfirmen. Als langjähriges Mitglied des OpenGL ARB und der Khronis Group kündigte er nun auch einen weiteren Artikel mit dem Titel "What I couldn't say about the dirty secrets of graphic APIs domination!" an. Trevett kündigte inzwischen eine Klage gegen Microsoft an: "We are currently insulting our lawyers to check every possible way to smash Direct3D! [...] Every company that might be affected by the graphic API domination from Redmond, should double-check their options to take part also. [...] This is not a peccadillo (Anm.: Kavalliersdelikt), and not even a gigantic scandalous crack-down for the graphic business, but a fucking damn holy war for freedom on Pcs, consoles and the whole emedded device market for now and the future!".

Sollte sich wirklich gerichtlich herausstellen, dass Microsoft weite Teile von OpenGL in die eigene 3D-API hat einfließen lassen, wären die Folgen für das Unternehmen kaum abzuschätzen. Wie bereits in einem kürzlichen Urteil eines XML-Patentsverletzung bei Word, könnte es zu einem Verkaufsverbot von Produkten führen, die Direct3D nutzen. Dies könnte dazu führen, dass mit einem Schlag knapp 95% der verkauften Spiele, sowie die XBox nicht mehr im Handel angeboten werden dürften. Doch auch Schadensansatzforderungen könnten geltend gemacht werden, da viele Unternehmen neben OpenGL eine weitere API unterstützen mussten und dafür die Einstellung weiterer Entwickler notwendig war. Auch der OpenGL Initiator SGI, könnte prüfen lassen, ob dessen Konkurs hätte abgewendet werden können. Insbesondere die Linux-Gemeinde verfolgt jedoch andere Ziele und ruft zur Besonnenheit, Kooperation and "more freedom" auf mit der Absicht eine sofortige Offenlegung und freie Verfügbarkeit von Direct3D zu erwirken. Gerade für uns OpenGL-Entwickler wäre dies allerdings nicht sehr Vorteilhaft.

Das DGL-Team prüft gerade, ob man auch eine Sammeklage für Hobby-Entwickler gegen Microsoft initiieren werden könnte. Jüngste Beispiele wie die Vorratsdatenspeicherung oder die Klagen gegen Elena zeigen, dass diese durchaus gute Chancen auf Erfolg haben könnte. Weitere Ankündigungen in diesem brisanten Fall werden im weiteren Verlauf des Tages folgen. Wer daran interessiert ist, kann unser hoffnungslos veraltete RSS-Feed subskribieren. Wir bitten alle Leute, die die Tragweite dieses Skandals verstehen besonnen vorzugehen und bei Fragen zunächst ans Team zu wenden!

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Vielleicht hat der eine oder Andere kurzzeitig ein WTF über den Kopf kreisen gehabt. Das jemand der Nachricht wirklich auf dem Leim gegangen ist, wage ich doch zu bezweifeln. Das Augenzwinkern sollte doch durchgekommen sein. Doch das ist ja auch nicht der Sinn des DGL-April-Scherzes. Der Text entsteht üblicherweise spontan am Vortag in dem ich ein aktuellen Thema aufgreife, eine Geschichte drum rumlege und dann mit entsprechenden News anreichere. Bisher scheint es oft so gewesen zu sein, dass das ursprüngliche Thema nicht erkannt wurde ;)

Also hole ich einmal ganz weit aus. DGL setzt sich zusammen aus den Begriffen Delphi und OpenGL. Und so manch einer mag denken, dass dies zwei Begriffe sein, die eher in der Vergangenheit als in der Zukunft daheim sind. Delphi ist eine alte Sprache, die immer weniger Leute nutzen. Ja, sogar ich nutze fast nur noch Java und es bleibt einfach nicht aus, dass man irgendwann sich dabei ertappt seine erste OpenGL-Anwendung eben nicht mehr in Delphi zu schreiben. Und OpenGL? So manch einer hat bereits das Ende von OpenGL geunkt. Es sei verhaltet, entwickelt sich zu träge. Eben nicht so wie Microsoft Direct3D, dass eben auf dem Hohepunkt der Technik ist und über seine Versionen ja sogar Grafikkarten-Generationen definiert. Ja, und so manchmal fühle auch ich mich wie ein Überbleibsel aus der Vergangenheit.

Als ich damals jung war, war man als Computer-Begeisterter noch ein absoluter Nerd. Eben eines jener Kinder, die keine Freunde hatten und sich daran erfreuten, wenn irgendwelche übergroßen Pixel über den Bildschirm wanderten. Und heute? Da hat jeder einen Computer daheim stehen... vom Renter, über kleine Kinder bis hin zum absoluten Technikmuffel. Irgendwie ist jeder heute im Internet daheim und Facebook und zahlreiche andere VZ-Seiten führen darüber Buche. Der Computer ist irgendwie nicht mehr wegzudenken und jeder nutzt es - ob er will oder nicht. Irgendwie finde ich dies ironisch, wenn ich daran denke, dass man mir früher immer sagte, ich solle mir ein sinnvolles Hobby suchen, weil Computer Zeitverschwendung seien. Ja, sogar in der Politik sind Themen wie "Vorratsdatenspeicherung" und "Internetsperren" ein brandaktuelles Thema von dem eigentlich jeder gehört hat. Die Informatik ist erwachsen geworden und obwohl man es gerne verdrängt zeigen Sinnbilder wie RFID, eine immer größere und zentralere Datenerhebungen oder das virtuelle Vergessen davon, dass es nur noch eine Frage der Zeit ist bis die Informationstechnologie ihre Atombombe entwickelt. Ob diese genauso beindruckend sein wird wie die der Physiker, damit werden sich unsere Shader-Experten auseinander setzen müssen, doch bleiben wir die unangenehme Frage: Hat man das nicht kommen sehen?

Früher wusste jeder mit einem Computer, was er dort vor sich hatte. Viel zu teuer wäre es gewesen sich einfach so ein Gerät hinzustellen. Aber heute? Da drücken sich immer mehr Leute ins Internet, die absolut keine Ahnung davon haben, was sie dort überhaupt nutzen. Das "Internet" ist eben etwas, was aus der Box an der Wand kommt, dass die vielen lustigen bunten Leuchten hat. Die meisten kritischen Themen empfinden die Leute als "belastend". Der Rechner hat ne Virus... macht doch nichts, den wenn man auf das Icon drückt, kommt man immer noch ins Internet. Da entsetzt es mich schon ein wenig lesen zu müssen, dass ein Unternehmen wie Sony jüngst ankündigt, dass die neuste Firmware auf alten PS3 die Linux-Funktion entfernt und dies ausschließlich der Sicherheit dienen würde. Schon tut sich eine Gruppe von Anwendern auf, die freierlich in die Hände klatscht, dass man alles tun müsse, um die Sicherheit zu erhöhen. Die Aussage "Wer die Sicherheit zu Gunsten der Freiheit aufgibt, verdient beides nicht" bekommt dort eine ganz andere Bedeutung. Auch jene, die sagen, dass man auf solch kleine Minderheiten wie Linux-Nutzer keine Rücksicht neben braucht, lassen nicht lange auf sich warten zu lassen. Als Sarkast würde ich sagen, dass die Spieler-Gemeinde auch endlich in der Mitte der Gesellschaft angekommen ist ;)

Die Wahl zwischen OpenGL und Direct3D ist nicht nur eine Frage einer Grafik-API. Es ist vor allem auch eine Frage der Freiheit. In guten Zeiten ist es stets leicht eben diese zu verteidigen, doch was macht man, wenn man plötzlich in den Hintergrund tritt und einem etwas mit weniger Freiheit besser erscheint. Fällt es einem da nicht leichter sich plötzlich auch mit negativen Aspekten leichter zu arrangieren und diese in den Hintergrund treten lassen. Man sich einredet, dass die Führung von nur einer Firma besser sei als ein Konsortium, dass sich erst auf einem gemeinsamen Nenner einigen muss? Ich bin schon ein wenig erschrocken gewesen, als ein Professor einer deutschen Uni von den Vorzügen einer "gelenkten Demokratie" sprach. Doch ist dies im Kern nicht exakt die gleiche Frage? Und technisch? Als DGL noch jung war, geisterten hier mindestens einmal in die Woche ein paar Leute durch, die gerade dabei waren ein Doom 667 zu schreiben. Gesehen haben wir davon keines. Irgendwie waren die kommerziellen Projekte und die der Hobbisten noch eng beinander. Klar konnte man mit mehrern Leuten inhaltlich mehr bieten, aber grafisch Lagen dort einfach keine Dimensionen dazwischen. Das scheint heute anders zu sein, da wir immer weniger Leute haben, die versuchen aktuelle kommerzielle zu klonen. Kaum jemand wird wirklich noch daran glauben die gleiche Arbeit wie ein 200-köpfiges Team realisieren zu können. Dennoch gibt es Leute, die sich für D3D entscheiden, weil man dort ja schließlich die neusten Features zu verfügung hat. Gerade wenn man erst mit dem Lernen beginnt, sind diese vermutlich bereits hoffnungslos veraltet, wenn man sie wirklich bräuchte. Aber wie selbstverständlich ist dies ein Grund dafür D3D zu wählen?

OpenGL ist eine freie Schnittstelle, die nicht auf Grund eines Unternehmens mal eben vom Markt verschwindet. Es läuft nicht nur unter Windows und Linux, sondern auch auf Embedded-Geräten. Es ist "Freiheit" für die man sich auch dann entscheiden sollte, wenn man eben nicht vor hat auf eine andere Plattform zu entwickeln. Vielleicht interessiert man sich wirklich nicht um die kleine Linux und Mac-Gemeinde. Vielleicht bekommt man einen kalten Schauer über den Rücken, wenn man sich vorstellt, dass die eigene Software vielleicht sogar mal auf einem IPhone läuft. Doch selbst wenn einen dies nicht interessiert, ist es Schade, wenn man sich nicht an der Möglichkeit erfreut, dass es so sein könnte. Gerade wenn wir als Hobbisten nicht mehr mit der kommerziellen Rüstungsspirale mithalten können, macht es vielleicht Sinn sich auf eine freiere Schnittstelle zu besinnen, die einem ein größeres Publikum ermöglicht und man dieses eben gerade nicht mit Effekten, sondern Spielspass oder einer interessanten Idee begeistert. Alles zu hochtrabend und überspitzt emporgehoben? Mag gut sein! Und sicher wird so manch einer hier eine solche Meinung nicht tragen können ;) Aber im Ernst: Geht es nur mir so, dass viele aktuelle Titel irgendwie nicht mehr so begeistern können, wie damals die merkwürdigen Pixel, die über den Bildschirm wanderten? Will man sich dafür wirklich an eine Plattform binden?

Delphi mag eine immer geringere Rolle spielen, OpenGL nicht mehr die API sein, die den Markt lenkt... doch DGL ist aktueller den je. Als Gemeinschaft von Entwicklern, die eine freie Schnittstelle nutzen und bereit sind das Wissen wieder weiter zu geben. Der durchschnittliche Computernutzer wird nie verstehen, wo der Unterschied zwischen D3D und OpenGL ist ... warum das Internet nicht aus dem Loch an der Wand kommt oder wieso es soviele kritische Stimmen gegen Internetsperren gibt. Wer immer nur versucht alles auf eine Aussage zu minimieren, wird auf alles eine Antwort finden. Vielleicht liegt es gerade an uns als Entwickler uns eben nicht mit Glanz ködern zu lassen, sondern einige prinzipielle Entscheidungen zu treffen. Den wenn wir für eine hohe Verbreitung von OpenGL sorgen, wird auch irgendwann wieder im Grafikkartenmarkt die Generaton mit einem "OpenGL X.Y compatible" bezeichnet werden. Und alleine die Tatsache, dass wir eben soviele Sprachen, Plattformen sogar einige Grafik-APIs an einem Ort vereinen zeigt den Pluralismus, der hier vorherherscht. Vielen Dank dafür :)

Achso... und der zweite Punkt: DGL hat am ersten April immer ein Jubiläum von dem es abzulenken gilt. Obwohl ich in den letzten Jahren immer weniger aktiver bin, läuft es doch irgendwie immer weiter und es gibt Leute, die sich in die Community einbringen. Ein riesiges Dankeschön im Namen des gesamten Community für deine Mitarbeit. Nicht jeder findet seine Erfüllung darin an Doom 667 zu schreiben, sondern so manch einer auch nur darin, etwas für andere bereitzustellen. Ich persönlich möchte mich auch bei all jenen Bedanken, die mir im letzten Jahr mit Rat und Tat zur Seite gestanden haben und eben auch das menschliche an der Gemeinschaft gezeigt haben. Den impliziten Beweis geführt, dass wir eben keine (reine :)) Gemeinschaft von abgedrehten Nerds sind, die sich ausschließlich an ein paar wabbelnde Pixel erfreuen können. ;) Vielen Dank - ihr seid DGL!

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BeitragVerfasst: Fr Apr 02, 2010 10:39 
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Phobeus, wird danken DIR.

Übrigens: ich bin schon auf Dich reingefallen. Erst als ich mal sehen wollte, welche Quelle Du dafür hast (und dann ein Blick auf den Kalender) ist mir ein Licht aufgegangen.

Phobeus hat geschrieben:
Als ich damals jung war
Öhm, Du bist doch immer noch jung. Und Du/Ihr macht offenbar etwas richtg. Das Internet ist bereits alt genug, dass Webseiten "sterben" können. Du bzw. Ihr habt es geschafft, eine *private* Website über einen ungewöhnlich langen Zeitraum in Gang zu halten. Weißt Du, woran mich das erinnert?

Ich bin ein Fan von Terry Pratchett und habe nahezu alle seiner Bücher gelesen. Ich zitiere jetzt aus dem Buch "Die Gelehrten der Scheibenwelt", Kapitel: "Noch immer blöde Eidechsen". Diese Gelehrten (es sind Zauberer, die Scheibenwelt ist eine magische Welt) betreiben ein Experiment, in dem unsere Welt simuliert wird. Die Zeit läuft in dem Experimet sehr schnell ab. Unsere Welt befindet sich gerade im Zeitalter der Dinosaurier. Über diese Dinosaurier unterhalten sich die Gelehrten grade, und zwar darüber, dass sie bereits ungewöhnlich lange existieren.

***"Und was haben sie in dieser Zeit geleistet? Können sie auch nur ein einziges Gedicht vorweisen? Oder irgendein Gebäude? Oder ein einfaches Kunstwerk?"
+++"Sie sind nicht ausgestorben, Herr."
***"Ach, und es ist hier eine Leistung, nicht auszusterben, wie?"
+++"Es ist die beste aller Leistungen, Herr."

Viele Grüße,
Traude


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BeitragVerfasst: Fr Apr 02, 2010 11:18 
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Ich hatte mich schon auf die Auflösung gefreut, aber dass sie diesmal mit einer derartig langen Erklärung kommen würde, hatte ich nicht erwartet. Für diejenigen, die nicht die Motivation gefunden haben, alles zu lesen, sei dieses Zitat herausgesucht:
Phobeus hat geschrieben:
Wer immer nur versucht alles auf eine Aussage zu minimieren, wird auf alles eine Antwort finden.

Ich kann deine Empfindung, dass die neueren Titel irgendwie vielfach nicht mehr so reizvoll sind, gut nachvollziehen. Immerhin komme ich immer noch mit meinem schon etwas in die Jahre gekommenen Rechner klar, und das, obwohl sich die meisten Spieletitel mit Wine rumplagen müssen. Und gerade vor ein paar Tagen erst habe ich vieles unternommen, um einen DOS-Titel hier ans laufen zu bringen. Die Dosbox hat da leider nicht gereicht, ich bin schließlich bei Qemu mit einer FreeDos-Installation gelandet. Ich kann mich sogar noch an die Zeit erinnern, als die Verpackung der Grafikkarte sagte, dass sie OpenGL 1.2 unterstützt. Oder war es ein Spiel, was OpenGL 1.2 forderte? Ich kann mich nicht mehr genau erinnern, es ist schon eine ganze Weile her ;).

Aber gut, dass du es aufgelöst hast. Von selber wäre ich nicht darauf gekommen, dass du *darauf* hinaus willst ;). Leider habe ich wohl einen Großteil von dem, was ich eigentlich antworten wollte, vergessen. Egal.

Danke für DGL. Selbst, wenn ich heute viel weniger mit OpenGL mache (nun gut, wirklich viel habe ich sowieso nie gemacht), irgendwie ist es hier doch immer heimelig. Und allein dadurch, dass ich hier mitlese, kann ich gelegentlich doch mal eine Frage beantworten. Dafür beansprucht DGL vermutlich auch einen Großteil meines Langzeitgedächtnisses, was das ein oder andere erklären dürfte … ;). Und wenn ich mal irgendeine Frage habe, bekomme ich darauf auch meistens eine Antwort. Mittlerweile häufiger im Chat als im Forum, aber auch der gehört zu DGL, selbst, wenn er nicht ganz so nachhaltig ist. Aber die wirklich interessanten Brocken landen ja immer noch im Forum.

zu Traude (der ich mich voll anschließe): Zwar hat DGL gelegentlich mal eine kleine Sommerpause eingelegt, aber irgendwie ist es immer noch am Leben und es finden immer noch neue Leute zu uns, von denen einige auch bleiben. Allein das ist als Privatanbieter, der nicht irgendwo seine Werbung schaltet, eine Leistung. Dass diese Seite auch noch bei der Google-Suche nach "opengl" (das ist das Hauptstichwort) im "Das Web"-Modus auf Platz vier ist (den zweiten Treffer auf opengl.org nicht mitgezählt), ist eine Leistung, von der viele (deutsche) Privatseiten nur träumen können.

Und um auf meine Aussagen in diesem Thread zurückzukommen: Eher würde ich mich auf irgendeine Weise dazwischenwerfen als zuzulassen, dass DGL (Teil-)Kostenpflichtig wird. Ich schätze (und hoffe mal), beim Header würde Lossy selber einschreiten ;).

Auf eine gute weitere Ewigkeit DelphiGL. Vielleicht bald im neuen Gewande ;).
~ Horazont

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